Jugendladen e.V. - offene Jugendarbeit in Hammelburg
Konzepte für Kinderprogramme

Alchimie

Unsere Gruselnächte haben immer den selben Aufbau: den Kindern wird eine Geschichte erzählt, die immer genau an dieser Stelle geschah/geschieht, an der die Kinder gerade sitzen. Die Kinder müssen an der Geschichte bereits erkennen, dass sie unweigerlich wahr ist. In dieser Geschichte endet irgend etwas ungünstig. Die Kinder beschließen anschließend, das Geschehene rückgängig zu machen oder etwas zu verhindern. Dann ziehen sie in den Wald. Dort sorgen viele Helfer dafür, dass die Geschichte echt wird. Die dazugehörigen Spielfiguren müssen natürlich auftauchen. Am Ende schaffen es die Kinder. So wird das „Böse“ besiegt und die Angst wird wieder aus den Kindern herausgenommen.

Vorbereitung (max. 4 min):

Die Kinder sollen sich zu Gruppen von je drei oder vier Kindern zusammentun. Dann sollen sie sich einen Betreuer aussuchen. Dieser Betreuer wird die Kinder den ganzen Abend über fest begleiten. Die Kinder bekommen erklärt, daß dieser Betreuer bei ihnen bleiben wird. Es wird betont, daß egal was passiert sie den gewählten Betreuer nicht verlassen dürfen. Der Betreuer wird die Kinder regelmäßig nachzählen. Haben sich die Kinder mit einem Betreuer zusammengefunden, so stellen sie sich gegenseitig und dem Betreuer vor. Der Betreuer stellt sich vor und die Kinder sollten die verschiedenen Namen selbst wiederholen können. Dann erst setzen sich die Kinder als Kleingruppe mit der Gesamtgruppe zu Boden.

Über verschiedene kurze Ansätze sollen die Kinder dazu gebracht werden, Taschenlampen, Messer, etc. vorzuzeigen. Diese werden den Kindern dann bis zum Ende der Veranstaltung abgenommen.

Im Anschluß wird die Geschichte eingeleitet und vorgelesen:

Es ist ja wohl ganz klar, daß niemand an Geister glaubt: An solche komischen Geister, die mit Ketten rasseln und in alten Truhe leben. Niemand glaubt an Geister, die durch alte Schlösser spuken und dort ihr Unwesen treiben sollen. Es gibt keine Geister, die irgendwo Balken biegen und komische Geräusche in Häuser machen. Es gibt auch keine guten und bösen Geister mehr und es gibt höchstwahrscheinlich auch keine Geister, von denen man glaubt, daß sie Verstorbene Leute wären und ewig auf der Erde hausen müßten. Das weiß heute jeder: Geister gibt es nicht, die haben sich nur Menschen ausgedacht. Deshalb hat ja wohl auch keiner Angst vor Geistern, oder? (Antwort abwarten) Wenn keiner an Geister glaubt, dann gruselt ihr euch jetzt auch noch nicht, oder? (Antwort abwarten) Wir wollen mal sehen, ob sich das heute noch ändert. Ihr werdet euch bestimmt noch gruseln.

So, wir wollen jetzt anfangen.

Wahrheit aufbauen (max 7 Min):

Hat jemand von euch schon einmal die Worte „Feuer Wasser Erde Luft“ gehört? (Antwort abwarten) Weiß jemand, was das bedeutet? (Antwort abwarten und erklären lassen). Ihr merkt schon: fast jeder hat die Worte schon gehört, aber keiner weiß, was sie bedeuten. Das fängt ja schon sehr geheimnisvoll an. Feuer, Wasser, Erde und Luft sind die vier Elemente.

Früher gab es eine Wissenschaft, die sich mit den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft beschäftigte. Diese Wissenschaft nannte man Alchimie. Und die Wissenschaftler nannte man Alchimisten. Die Alchimisten glaubten damals, daß die vier Elemente heilig wären. Sie glaubten, daß es ohne die vier Elemente nichts auf der Erde gäbe. Auch das Leben sollte davon abhängig sein. Wenn man sich das mal überlegt, dann hatten die Alchimisten gar nicht mal so unrecht, denn ohne Erde und Wasser könnte nichts wachsen. Ohne Luft würden wir ersticken und ohne das Feuer erfrieren.

Die Alchimisten glaubten aber noch mehr. Nämlich, daß man aus allen unedlen Stoffen wie Steine, Staub, Holz ganz wertvoll edle Metalle herstellen könnte. Sie glaubten also daran, daß man auch Gold und Silber herstellen könnte. Weil keiner das Rezept dazu wußte, haben sie den ganzen Tag einfach alles Mögliche probiert, haben verschiedene Pulver zusammengeschüttet, haben sich Zaubersprüche ausgedacht, aber das Gold haben sie nie erfunden.

Dafür aber haben die Alchimisten etwas erfunden, was wir alle kennen, nämlich das Porzellan. Daraus werden heute Teller hergestellt.

Die Alchimisten haben bald begonnen, jedem der vier Elemente einen Planeten zuzuordnen. Und jedem Planeten ordneten sie wieder ein Metall zu. Und jedes dieser vielen Sachen hatte sein eigenes geheimnisvolle Zeichen.

Die Alchimisten glaubten also an die vier Elemente. Jedes der Elemente hatte ein eigenes Zeichen. Jedem Element war auch ein eigener Planet gewidmet und ein eigenes Metall. Also: vier Elemente, vier Planeten und vier Metalle machten die Alchimie aus. Diese Zeichen gehörten zusammen.

Heute gibt es die Alchimie und auch die Alchimisten nicht mehr. Kein Mensch glaubt mehr daran, daß man Gold herstellen könnte.

Geschichte Beginn:

Warum erzähle ich euch das? Ganz einfach, es hat mit der seltsamen Geschichte zu tun, die ich euch heute erzählen möchte.

Vor vielen Jahren lebten auch in der Nähe von Hammelburg Alchimisten. Einer arbeitet im Kloster von Thulba (jeweils Richtung zeigen). Einer in Aura. Die Ruine Aura steht heute übrigens noch immer. Einer im geheimen Bonnland, das ist in der Nähe vom Lager Hammelburg und der letzte der Homburg.

Diese vier Alchimisten hatten sich zu einem geheimen Bund zusammengeschlossen. Sie hatten es mit Magie zu tun. Und sie wollten auch kein Gold herstellen, sie hätten größeres geplant. Sie hatten das ganz besondere herausfanden: Sie wußten wie man den „Stein der Weisen“ herstellen kann. Habt ihr schon einmal vom Stein der Weisen gehört? Der Stein der Weisen sollte alle Macht der Welt haben. Der Stein sollte die Armut auf der Welt lindern und Frieden schaffen, er sollte jedem Kind liebe Eltern geben und genug zu essen. Er konnte die Welt schöner machen. Man nennt den Stein der Weisen auch Quintessenz.

Interessiert ihr euch für das Geheimnis, wie der Stein der Weisen hergestellt werden kann?

Viele Dinge mußten beachtet werden. Man brauchte einen magischen Altar. Er sollte genau in der Mitte der vier Labore liegen. Wenn wir die Karte anschauen (Karte zeigen), dann kann man sehen, daß es genau hier im Wald gewesen sein mußte. Auf dem Altar mußten in gleichmäßiger Ordnung die vier Zeichen der Planten zu sehen sein (Im Kies oder Sand aufmalen). Dazwischen sollte jeweils aus dem gereinigten Metall das Zeichen des Metalles liegen. Dann brauchte man die vier Elemente auf der Mitte des Altares. Jedes auf sein Zeichen gestellt. Ganz schön kompliziert, oder?

Die Alchimisten vereinbarten das geheime Treffen am magischen Altar bei Nacht. „Drei Tage vor Vollmond des Monats“ hieß es. Jeder sollte ein Element mitbringen und das zugehörige Metall in seinem Labor reinigen und daraus das Zeichen gießen. Das hatten die Alchimisten auch gemacht und trafen sich zur besagten Stunde am magischen Altar. Wir können diesen Altar nachher noch sehen.

Die Alchimisten kamen aus allen Richtungen. Aus Thulba kam die einzige Frau, Professorin Est. Sie brachte das Wasser mit und das aus gereinigtem Kupfer bestehende Zeichen. Aus Aura kam der Alchimist Lexarum mit der Luft und dem Zeichen aus gereinigtem Zinn. Von Bonnland kam der alte Herr Terra mit der Erde und dem Zeichen aus sauberstem Eisen. Und der letzte der Vier kam von Homburg mit dem Feuer und dem Zeichen aus Blei.

Was die vier Alchimisten nicht wußten: das Zeichen aus Blei war nicht ganz sauber geworden. Und das wird ihnen noch zum Verhängnis werden, denn der Zauber kann nur mit sauberen Metallen richtig funktionieren.

Sie vereinten die Elemente auf dem magischen Altar und begannen leise ihre Zauberformeln zu sprechen. Spannung lag in der Luft. Der Stein der Weisen sollte nun vor ihren Augen entstehen. Sie hoben die Hände „Reinige und läute, reinige und läutere, Emanum Lexarum Terra Aquarius“

Da passierte es. Das verunreinigte Blei begann unruhig zu wackeln. Der Zauber veränderte sich. Plötzlich schleuderte es das verunreinigte Zeichen in Wald. Riesige Flammen schossen vom Altar hoch. Der Wald war für kurze Zeit hell erleuchtet. Als wieder Stille eintrat, waren die Alchimisten wegen des falschen Zaubers verschwunden.

Man sagt, sie würden seitdem hier oben im Wald herumirren. Sie müssen nämlich aufpassen daß kein Diebesgesindel den Stein der Weisen herstellt. Erst wenn reine Seelen hier hoch kommen, dann könnte man die Alchimisten retten und den Stein der Weisen herstellen. Und Frieden sollte in die Welt kommen. Und das ist doch das schönste, was es auf der Welt geben kann: Frieden. – Frieden könnten wir auf dieser Welt gebrauchen.

Wollt ihr mit in den Wald gehen und den Stein der Weisen herstellen? (Kinder anhören). Wenn wir ihn hätten und wüßten wie er aussieht, könnten wir vielleicht den Frieden in die Welt tragen. Jeder bißchen Frieden. Ein kleines Stück Frieden hier und weniger Streit dort und bald könnte richtiger Friede auf der Erde sein. Wollt ihr den Stein erschaffen? Wir haben alles, was wir brauchen.

Schaut den Himmel an. Heute ist der dritte Tag vor Vollmond. Im Wald wird man heute den magischen Altar finden können. Auf dem Weg sollten wir Erde, Wasser, Feuer und Luft einsammeln. Wenn wir dann noch das verdreckte Stück Blei finden, das in den Wald geschleudert wurde, dann können wir das letzte magische Zeichen gießen und den Altar wieder vollständig aufbauen.

Dann können wir, wenn ihr genug Mut dazu habt, den Stein der Weisen herstellen und vielleicht könnten wir die Alchimisten sehen.

Im Wald:

Auf dem Weg müssen die Kinder die vier Elemente und einen Brocken Blei einsammeln und zum Altar tragen. Neben dem Altar muß die Möglichkeit vorherrschen, mit heißem Feuer das Blei zu schmelzen und dann zu reinigen. In eine spezielle Form soll das Blei dann gegossen werden und in einem Metallkübel voll Wasser abgeschreckt werden.

Vor den Kindern muß das Gelingen betont werden. Gemeinsam soll das Metall am Altar angebracht werden. Danach werden die Elemente auf den Altar, jedes auf sein Zeichen, gestellt. Über einen Zündmechanismus sollte eine helle Flamme und Rauch erscheinen.

Noch solange die Kinder gespannt auf den Altar schauen sollten im Hintergrund die Alchimisten verkleidet auftauchen und ihre Rollen sprechen.

An dieser Stelle fehlt uns die nötige Datei. Es geht bei den Texten der Alchimisten darum zu erklären, dass man den Stein der Weisen nicht herstellen kann. Denn der Stein der Weisen wäre die Liebe. Sie ist das Element, mit dem man den Frieden herstellen könnte und diese tragen wir in uns. Also macht was kreatives daraus.