Jugendladen e.V. - offene Jugendarbeit in Hammelburg
Konzepte für Kinderprogramme

Röhricht und die drei Falken

Unsere Gruselnächte haben immer den selben Aufbau: den Kindern wird eine Geschichte erzählt, die immer genau an dieser Stelle geschah/geschieht, an der die Kinder gerade sitzen. Die Kinder müssen an der Geschichte bereits erkennen, dass sie unweigerlich wahr ist. In dieser Geschichte endet irgend etwas ungünstig. Die Kinder beschließen anschließend, das Geschehene rückgängig zu machen oder etwas zu verhindern. Dann ziehen sie in den Wald. Dort sorgen viele Helfer dafür, dass die Geschichte echt wird. Die dazugehörigen Spielfiguren müssen natürlich auftauchen. Am Ende schaffen es die Kinder. So wird das „Böse“ besiegt und die Angst wird wieder aus den Kindern herausgenommen.

Einleitung:

Es gibt Geschichten, die sind erstunken und erlogen, solche zum Beispiel, wie vom Räuber Hotzenplotz. Es gibt Geschichten, die sind so ähnlich, wie das richtige Leben, aber wahr sind sie noch lange nicht. Es gibt Geschichten, die sind schön und man wünscht sich, daß sie echt wären, aber sie bleiben immer nur ein Märchen. Es gibt Geschichten, die nennt man Sagen und von denen weiß niemand genau, ob sie stimmen oder nicht. Es gibt sogar Geschichten, von denen man glaubt, daß sie echt sind. Aber beweisen konnte es noch niemand. Auch von der Geschichte, die ich euch heute erzählen möchte glaubte man lange Zeit, daß sie einmal echt gewesen sein soll. Aber beweisen konnte es bisher niemand. Doch vor einer Woche passierte etwas Sonderbares. Und jetzt wissen wir ziemlich sicher, daß die Geschichte, die wir euch heute erzählen wollen, wirklich echt ist.

Vorgeschichte:

Vor über 200 Jahren war Hammelburg noch ein ruhiges Städtchen. Es gab keine Autos und keine Eisenbahn, keinen Fernseher und keine Computer. Die Menschen lebten friedlich miteinander. Im Sommer spielten die Kinder auf den Straßen und in den Pferdekutschen fuhren die edlen Leute spazieren. Wenn sich die Menschen auf den Straßen trafen, dann begrüßten sie sich freundlich und hielten einen kurzen Plausch. Sie erzählten sich also dies und jenes und zogen dann glücklich weiter. Die Hammelburger waren ein zufriedenes Volk. Ihnen genügte das was sie hatten. Die Armen beschwerten sich nicht, daß sie arm waren und die Reichen beschwerten sich nicht, da sie ja alles hatten. So waren sie alle zufrieden. In Hammelburg lebten die Menschen gern.

Irgendwann veränderte sich Hammelburg plötzlich. Alles wurde anders. Die Leute, die sich gestern noch gut verstanden hatten, hatten aufeinmal Streit. Man wunderte sich zwar darüber, aberes änderte nichts. Dann hoben die Bauern ihre Preise für Gemüse an und so gab es auch auf dem Bauernmarkt immer mehr Ärger. Und die Menschen wunderten sich wieder. Die Nachbarn hörten damit auf einander zu helfen, wenn mal jemand gebraucht wurde. Die Menschen dachten immer mehr nur an sich und ihre Vorteile. Plötzlich gab es Diebe in der Stadt. Die Leute bauten Zäune um ihre Grundstücke, verschlossen Fensterläden und Haustüren. Und sie erzählten nur noch Geschichten mit vorgehaltener Hand, schimpften über andere und lästerten. Von Tag zu Tag kreisten mehr Gerüchte. Und man fragte sich schon, warum sich das schöne Städtchen auf einmal so veränderte. Doch niemand wußte eine richtige Antwort. Überall war Chaos.

Nur bei einem nicht: Der alte Freiherr von Röhricht zeigte sich immer von seiner besten Seite. Höflich nickte er den Damen und Herrn zu, spendete großzügig Geld an die Kirche und machte sich so einen guten Namen.

Der alte Freiherr von Röhricht lebte in einem edlen Haus. Dort zierten Marmorböden den Weg von der Straße zur Tür. Das Treppengeländer war aus reinem Gold. An allen Ecken des Hauses glänzten teure Figuren und Springbrunnen standen in seinem Garten. An Geld fehlte es dem Alten also nicht.

Wenn der alte Herr Röhricht das Haus verließ, zog er nur beste Kleider an, setzte seinen Zylinder auf und stolzierte dann durch die Straßen und Gassen. Die Bürger der Stadt verneigten sich demütig vor dem alten Herrn, unterhielten sich anständig mit ihm und zogen dann weiter. Herr Röhricht war ein angesehener Mann. Wenn sich die Menschen auch sonst nicht gegenseitig trauten, Herrn Röhricht trauten sie alle. Fast alle.

Nur die Kinder und Katzen gingen dem alten Röhricht aus dem Weg. Sobald sie ihn sahen versteckten sie sich, die Katzen fingen an zu fauchen. Trotz seiner Freundlichkeit machte Herr Röhricht den Kindern Angst. Denn die Kinder sahen in seinen Augen einen seltsamen Schimmer, wie ihn kein anderer Mensch hatte. Und sie vermuteten, daß seine Freundlichkeit nur gespielt ist. Sie dachten, daß er überhaupt nicht wirklich freundlich seik, sondern daß er nur freundlich tat. Irgendwas stimmte mit dem edlen Herrn nicht. Die Kinder ahnten es, aber sie wußten nicht, was es war.

Über einen solch beliebten Menschen erzählt man sich natürlich viele Geschichten. Manche waren wahr und manche waren erfunden. Was die Wahrheit war, das wußte niemand genau. Die Erwachsenen erzählten fast nur gutes über ihn. Aber warum, das wußten sie auch nicht. Den Kindern in der Stadt fiel es jedenfalls auf, daß bei jedem Streit in der Stadt der alte Herr Röhricht in der Nähe stand. Die Kinder vermuteten sogar, daß er den Streit anzettelte, ohne daß es die Erwachsenen merkten. Manche Kinder meinten sogar, daß der alte Röhricht einen Bund mit den Teufel geschlossen hätte, daß er mit der schwarzen Magie, mit Dämonen und finsteren Mächten zu tun hätte. Ein Kind behauptete sogar, mal beobachtet haben, wie der alte Röhricht kurz vor Mitternacht ein pechschwarzes Gewandt überzog, sich dann ein seltsames Amulett umhängte und den Berg hoch in den dunklen Wald lief. Und das mitten in der Nacht. Was wollte ein alter Mann alleine im Wald und wozu brauchte er dort ein Amulett? Niemand in der Stadt wußte es. Und die Erwachsenen wollten es auch gar nicht wissen, denn für sie war Herr Röhricht ein angesehener Mann und das sollte auch so bleiben. „Angesehenen Menschen sagt man nichts nach“ sagten die Eltern immer ihren Kindern.

Aber die Kinder gaben sich damit noch lange nicht zufrieden. Manche von ihnen hatten sich sogar zu einer Bande zusammengeschlossen, um herauszufinden, was mit Herrn Röhricht wirklich los ist. Das war natürlich eine gefährliche Aufgabe. Die Bande bestand aus zwei Jungs und einem Mädchen und sie nannten sich „die drei Falken“. Homer war der neugierigste von den Dreien. Dafür war Knut viel schlauer. Und das Mädchen Sima war die Mutigste von den Dreien. Zusammen waren die drei Falken unschlagbar. Und sie kannten sich aus. Sie hatten schon jedes Haus in Hammelburg durchstöbert, kannten jede Scheune und auch den letzten versteckten Winkel. Weil sie sich immer und überall herumtrieben und ihre Nase in alle Sachen stecken mußten.

Doch ihre wichtigste Aufgabe war herauszufinden, was es mit dem alten Herrn Röhricht auf sich hatte. Sie fühlten nur eines: irgendwas stimmt mit ihm nicht. Und als die Drei dann noch von dem schwarzen Gewandt und dem seltsamen Amulett hörten, nahmen er sich vor, der Sache sofort auf den Grund zu gehen.

(Zu den Kindern) Und ihr könnt euch vorstellen, daß dies die spannendste Geschichte wahr, welche die drei Falken je gehört hatten. Was hatte Röhricht für Geheimnisse und was machte er da nachts alleine im Wald? In ihrer Neugierde und voller Tatendrang stellten sie einen geheimen Plan auf. (kurze Pause)

Hauptteil der Geschichte:

Draußen war es dunkel geworden. Die Drei wußten, was sie zu tun hatten. Sie zogen sich wie Detektive getarnt an, daß man sie nicht sehen könnte. Dann packten sie Streichölzer und Kerzen ein, nahmen Stifte und Papier mit, so wie es sich für Detektive gehörte. Heimlich schlichen sie sich aus ihrem Geheimversteck. Vorsichtig sahen sie sich um und versteckten sich hinter einem Busch, huschten dann von Baum zu Baum durch die Straßen und legten sich hinter einer alten Mauer direkt gegenüber von Herrn Röhrichts Haus auf die Lauer. Dann warteten sie und beobachteten das erleuchtete Haus.

Der Mond stand am Himmel und tauchte die Stadt in ein fahles Licht. Die Rathausuhr schlug halb zehn. Ein Uhu schrie von einem Eichenbaum nieder und hob sich durch die Luft. Das Gras wurde schon feucht. Knut rieb sich die Augen und starrte Homer an. Dann knarrte plötzlich die Tür, eine Katze fauchte. Das Haustor des alten Röhricht ging einen Spalt auf. Licht fiel auf die Marmorstufen. Der mutigen Sima klopfte das Herz. Wenn sie den alten Röhricht sah wurde auch ihr Angst und Bang. Herr Röhricht nahm ein schwarzes Gewand mit einer seltsamen Kapuze und zog es über. Damit sah er fast wie ein Mönch aus. Aber der alte Röhricht war kein Mönch. Das wußte eigentlich jeder in der Stadt. An einem Haken hinter der Tür hing das seltsame Amulett. Der Alte griff es sich und legte es sich um. Es blinkte kurz im Mondlicht golden auf, dann wurde alles dunkel. Herr Röhricht verließ das Haus und machte sich auf den Weg.

(Kinder ansprechen) Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wohin er lief.

Herr Röhricht machten sich ein seinem dunklen Gewandt auf den Weg in den dunklen Wald. Hoch auf den Berg. Es war nicht irgend ein Berg und auch nicht irgendein Wald, sondern es war dieser Berg hier und dieser Wald.

Die drei Falken hängten sich an seine Fersen, die mutige Sima voraus. Dicht hinter ihr schlichen Homer und Knut. Leise tasteten sich die Kinder von Busch zu Busch, daß sie der Alte nicht sehen und hören konnte. Die Sterne leuchteten und der Mond schien fahl in den Wald. Leicht glitzerte der Weg, dann wurde der Wald immer dunkler und unheimlicher. Den Dreien lief es eiskalt den Rücken hinunter.

Seltsame Geräusche rauschten durch die finstre Nacht. Zwischen den Tannen blinkten unheimliche Lichter. Homer hatte den Eindruck, als hörte er Schritte. Aber er war sich nicht sicher. Auch die anderen konnten nicht erkennen, was hier alles für Geräusche waren. Der Wald wurde immer unheimlicher. Aber die drei Falken gaben nicht auf.

Zwischenzeitlich waren sie schon so tief im Wald, daß sie sich nicht mehr auskannten. „Es wird Zeit, daß wir den Weg markieren“, meinte Knut, „sonst finden wir hier nie mehr zurück.“ Er hatte recht. Glücklicherweise hatten die drei Papier und Stifte mit genommen. Mit zittrigen Händen hingen sie Zettel an die Bäume, um den Weg zu markieren.

Zwischen den Wipfeln der Bäume heulte leise der Wind. Doch der alte Röhricht wanderte unbeirrt weiter. Plötzlich blieb er stehen und sah sich um. Links, rechts – und zurück. Hhhh, die Kinder sprangen ins Gras. Aber keine Sekunde ließen sie ihn dabei aus den Augen. Herr Röhricht schien sich sicher zu fühlen. Er zog etwas Dunkles aus dem Ärmel. Es war ein Buch mit einem großen und schweren Siegel. Er öffnete es und ging lesend weiter. „Jetzt wird’s spannend,“ flüsterte Homer, „los wir müssen ihm wieder nach.“ Die Kinder nahmen die Verfolgung auf.

Herr Röhricht marschierte weiter durch den finsteren Wald. In der linken Hand trug er das seltsame, dunkle Buch. Es könnte ein Zauberbuch sein. Aber die Kinder wußten es nicht. „Chhrrrrt!“ Herr Röhricht riß eine Buchseite aus, ließ sie fallen und lief weiter. Chhrrrt! Kurze Zeit später die zweite Seite, die Dritte, die Vierte und so weiter. Die Kinder schauten sich verdutzt an. „Wir müssen die Seiten kriegen, bevor sie der Wind verweht“ meinte Sima. Eilig schlichen sie zu den Seiten. „Sind das nicht Zaubesprüche“ fragte Homer. Es waren Zaubersprüche. Lauter Sprüche, die Herr Röhricht offenbar nicht brauchen konnte. Wie man aus Soße Suppe machen kann, oder wie man einem Fuchs aus der Falle helfen kann. „He, seht euch das an“ verkündete Knut, „hier ist ein Spruch, wie man etwas Böses bis zur nächsten Sonnenfinsternis abwenden kann. Den können wir noch brauchen!“ Knut hatte recht. Einen solchen Spruch könnten sie noch gebrauchen. Wer weiß, was der Alte Röhricht im Wald für Geheimnisse hat. Wer weiß, was heute noch passieren sollte.

Die Kinder steckten den Zauberspruch gut ein und schlichen dem Alten weiter hinterher. Eines war jetzt klar, Herr Röhricht hatte ein großes Geheimnis. Vielleicht hat er ja wirklich was mit schwarzer Magie zu tun. Oder mit dem Teufel, wie es sich die Kinder in Hammelburg erzählten.

Der alte Herr Röhricht verließ den Weg. Er bog ein paar Zweige auseinander und verschwand hinter einigen Bäumen im Dickicht. Der Kinder Herz pochte um einiges schneller. Angst überfiel sie, die man in allen Gliedern spüren konnte. Nun waren sie ihm soweit gefolgt, daß sie nicht mehr aufgeben durften. Vor ihnen lag das vielleicht größte Geheimnis, das sie je lüften würden. Als die drei Falken durch den Dickicht krochen entflammte bereits etwas abseits Licht. Da tat sich was. Der Alte schien an seinem Ziel angekommen zu sein. Die Falken robbten noch näher heran. Der Schein der Fackeln erleuchtete leicht ihr Gesicht. Unter einem dichten Busch blieben sie dann schweigend liegen und schauten auf die kleine, verborgene Lichtung mitten im Wald.

Unverhofft fuhr es den dreien der Schock durch die Glieder. Abwechselnd wurde ihnen heiß und kalt. Wie wild pochte ihr Puls. Denn was sie mit einem Male sahen übertraf alle ihre neugierigen Erwartungen. (ruhiger werden, um Spannung aufzubauen)

Auf der kleinen Waldlichtung mitten zwischen morschen Bäumen und borstigen Büschen stand ein uralter Alter. Fackeln flackerten. Düster schimmerte das Licht und brach sich an den vielen mystischen Dingen, die dort herumstanden. Herr Röhricht stellte sich hinter dem magischen Altar mit geheimnisvollen Zeichen. Er legte das Zauberbuch auf den Tisch.

Noch hatten die drei Falken nicht die geringste Ahnung, was das alles zu bedeuten hätte, doch eines war sicher: mit rechten Dingen ging es hier nicht zu. Die Kinder beobachteten noch immer jede Handbewegung. Herr Röhricht schien sich vorzubereiten. Ruhe kehrte ein. Aus der Ferne hörte man die Rathausuhr elf mal schlagen. Noch eine Stunde bis Mitternacht. Herr Röhricht schlug das magische Buch auf und blätterte durch die Seiten. Dann breitete er seine Hände, blickte nach oben und sprach in die Stille der Nacht: „Tretet ein meine treuen Diener. Euer Herr erwartet euch bereits, denn nun ist die Stunde gekommen!“ Noch ehe sich die Kinder fragen konnten, mit wem er reden würde, knisterte um sie herum das Laub, Zweige brachen und Schritte näherten sich. Von allen Seiten strömten Gestalten, die dem alten Röhricht aufs Haar glichen. Die Kinder krochen zusammen. Hoffentlich würde sie niemand sehen. Sie hatten Glück. Die schwarzen Gestalten versammelten sich im Kreis um den Altar. Röhricht verkündete: „Nun meine Diener, ich danke euch für eure treuen Dienste. Wir haben in den vergangenen Zeiten unsere Arbeit gut getan. Wir haben die Menschen gegeneinander aufgehetzt, Schrecken und Angst verbreitet. Seht auf eure Arbeit zurück. Die Menschen denken nur noch an sich, sie streiten um jedes Gramm Gemüse. Hhhhahh. Schon bald werden Haß und Wut die Welt beherrschen. – Nun laßt uns unser Werk zu Ende bringen und den Krieg herbeirufen.“

Sima, Homer und Knut schauten sich an. Sie wußten genau, was der andere denken würde. Herr Röhricht hatte also doch etwas mit dem Teufel zu tun. Vielleicht war es der Teufel sogar selbst. Kein Wunder, daß sich die Menschen in Hammelburg nur noch stritten. Und seine Diener hetzten bestimmt die Bürger der anderen Städte gegeneinander auf.

Die schwarzen Gestalten wollten ihr Werk zu Ende bringen. Ein Krieg herbeirufen. Sie hoben die Hände und begannen leise die Sprüche zu murmeln. „Wir müssen etwas unternehmen“ flüsterte Homer. „Was denn?“ fragte Sima. Knut dachte nach. Wir haben noch den Zauberspruch, mit dem man Böses abwenden könnte. Zumindest bis zur nächsten Sonnenfinsternis.“ Knut kramte die Seite heraus und legte sie in die Mitte. Die Sprüche der schwarzen Gestalten wurden immer lauter und deutlicher. Wind zog plötzlich auf. Auf einmal rauschte der Wald. Bäume knarrten, Äste brachen, Wolken zogen auf. Und die Gestalten murmelten hinfort. Der Wind wurde immer stärker, Blätter rissen von den Bäumen und wehten durch den finsteren Wald. „Los macht schon!“ erinnerte Sima „wir lesen ihn einfach zusammen!“ Das Unwetter tobte weiter, Äste rissen von den Bäumen und schmetterten hinab, der Boden begann zu beben. Blitze zuckten und Donner grollte. „Emanum luna ver“ schrien die Kinder.

Dann trat Stille ein. Der Wind hielt an. Die aufgewirbelten Blätter fielen zu Boden, der Donner verstummte. Nichts bewegte sich. Die schwarzen Gestalten waren zusammen mit Herrn Röhricht verschwunden.

„Wir haben den Krieg verhindert“ freute sich Sima. Und sie hatte recht. Aber der Zauberspruch geht nur bis zur nächsten Sonnenfinsternis. Dann sollen die schwarzen Gestalten angeblich wieder ins Land kommen und die Menschen aufhetzen. Geht dann die Geschichte wieder weiter?

Nachgespräch:

Mit den Kinder darauf eingehen, daß nun eine Sonnenfinsternis war und das die Gestalten daher wieder da sein können, auch daß man die schwarzen Gestalten schon gesehen haben soll. Sie sind bereits in vielen Städten und Straßen. Die Kinder befragen, ob sie schon gemerkt haben, daß sich die letzten Tage Streit anhäufte. Was haben sie erlebt.

Dann erklären, daß die Kinder nun die Chance hätten in den Wald zu gehen, und das Spektakel zu verhindern. Darauf hinwirken, daß sie mitmachen sollen. Erklären, was zu tun wäre.

Ablauf im Wald:

Weg:

Der Weg im Wald muß markiert sein, mit Pfeilen und Bildern, welche die drei Falken damals an die Bäume hefteten, so läßt sich der Weg einfach nachlaufen und man hat eine Antwort auf die Frage parat, woher die Betreuer den Weg kennen.

Amulette Nymphe Filis:

Es muß im Wald ein Zauberspruch zu finden sein, mit dem sich die Kinder Amulette herzaubern können, um sich so zu schützen oder um sich Mut zu machen. An der selben Stelle wie der Zauberspruch sollten dann auch die Amulette auftauchen, z.B. indem sie von einer Fee gebracht werden. (Filis) Wenn die Fee auftritt, soll sie sehr schüchtern wirken und die Kinder von etwas Entfernung (5-6m) ansprechen: „Hier, hängt euch die magischen Amulette um, sie sollen euch vor dem Bösen beschützen. Nehmt, es sind genug und verliert sie nicht.“ Dann verschwindet die Elfe im Dunkeln des Waldes.

Hinweis Elfe Eulina:

An späterer Stelle taucht im Wald ein Zauberspruch auf, mit dem die Kinder sich einen Rat holen können. Nachdem der Spruch aufgesagt wurde muß eine Fee auftauchen (Eulina), die den Kindern einen Tip geben kann:

„Ihr braucht einen Ratschlag, wie man den alten Röhricht besiegen kann? Das soll kein Problem sein. Ihr braucht einen Schlüssel, sputet euch dann und sucht den alten Altar. Dort liegt in einer verschlossenen Kiste ein zweites Zauberbuch. Wenn ihr schneller seid als der alte Röhricht, dann könnt ihr noch kurz darin lesen und einen Spruch suchen, der euch weiterhelfen wird. Geht, geht jetzt dort entlang.“

Altar:

Am Altar müssen schon ein paar Lichter brennen. Irgendwo muß das Zauberbuch sein, mit einem Spruch, der den alten Röhricht wegzaubern kann. Dann merkt man sich den Spruch und legt sich auf die Lauer.

Auftritt des Röhricht:

Wenn die Kinder sich auf die Lauer gelegt haben, dann wird es Zeit, daß der alte Röhricht in Aktion tritt. Er muß sich aus dem Gesträuch dem Altar nähern und dann beginnt er seine Show. Zunächst muß er einiges vorbereiten (Kerzen an) und dann stellt er sich an den Altar. Währenddessen muß die Sphärische Musik beginnen. Herr Röhricht hebt die Hände und ruft seine Diener:

„Tretet ein meine treuen Diener. Euer Herr erwartet euch bereits, denn nun ist die Stunde gekommen. Diesmal soll es kein Entkommen geben!“

Dann müssen die anderen dunklen Gestalten aus allen Ecken des Waldes auftauchen. Dabei sollten sie ruhig und langsam gehen, so daß es sehr magisch wirkt. Am Altar treffen sie sich und Herr Röhricht spricht sie an:

„Meine treuen Diener. Fast zweihundert Jahre haben wir warten müssen, bis uns die Sonnenfinsternis vom Zauber erlöste. Laßt uns heute unseren Weg zu Ende gehen. Wieder haben wir gute Arbeit geleistet. Die Menschen im Land denken nur noch an sich, sie sind egoistisch geworden und sie wollen alles haben. Haß und Wut regiert die Welt, Probleme werden mit Schlägen und üblen Worten gelöst. – Wir haben das Böse wieder unter das Volk gebracht. Nun laßt uns unser Werk zu Ende bringen und den Krieg anzetteln.“

Dann soll der alte kurz schweigen. Gemeinsam heben die Gestalten die Hände und richten sie nach oben. Dann sollten sie leise zu murmeln anfangen „Enamana enamana mori enamana enamana mu“ Dieser Satz sollte immer wieder wiederholt werden, der Röhricht soll derweil etwas deutlicher andere Laute von sich geben, z.B. den Zauberspruch zum Herbeiführen eines Krieges.

Den Rest erledigen die Betreuer mit den Kindern. Sie fangen gemeinsam an zu zaubern und verbannen so die Gestalten für immer. Dann sollten die Gestalten plötzlich verschwinden. Wie sie das Lösen ist ihnen selbst vorbehalten. Wichtig ist, dass mit den Kindern gemeinsam reflektiert wird, dass jetzt wieder alles gut ist und dass man seine Aufgabe erledigt hat.

Achtung: Schreibt uns an, denn wir haben ein umfangreiches Zauberbuch geschrieben. Dies könnt ihr als Zauberbuch.doc bekommen, ausdrucken und irgendwie zusammenheften.