Jugendladen e.V. - offene Jugendarbeit in Hammelburg
Konzepte für Kinderprogramme

Der Flug der Krähen

Unsere Gruselnächte haben immer den selben Aufbau: den Kindern wird eine Geschichte erzählt, die immer genau an dieser Stelle geschah/geschieht, an der die Kinder gerade sitzen. Die Kinder müssen an der Geschichte bereits erkennen, dass sie unweigerlich wahr ist. In dieser Geschichte endet irgend etwas ungünstig. Die Kinder beschließen anschließend, das Geschehene rückgängig zu machen oder etwas zu verhindern. Dann ziehen sie in den Wald. Dort sorgen viele Helfer dafür, dass die Geschichte echt wird. Die dazugehörigen Spielfiguren müssen natürlich auftauchen. Am Ende schaffen es die Kinder. So wird das „Böse“ besiegt und die Angst wird wieder aus den Kindern herausgenommen.

Geschichte:
Niemand weiß genau, wann diese Geschichte eigentlich begann. Es muss lange her sein, sehr lange her. Und niemand weiß genau, wo die Geschichte begann, denn der Ort des Grauens geriet längst in Vergessenheit. Jedenfalls war es Sir Ronald Barkley, ein Entdecker und Weltenbummler, welcher der Sache genau auf den Grund gehen wollte.

Eines Tages nämlich begab sich Sir Ronald Barkley auf die Suche nach neuen Abendteuer in die Bibliothek der englischen Hauptstadt London, um dort in alten Karten und Büchern zu stöbern. Wie aus heiterem Himmel fiel ihm da ein uraltes Buch in die Hände, von dem niemand wusste, wer es je geschrieben hatte. Man konnte es drehen und wenden, von allen Seiten betrachten, aber nirgends stand, wer es je verfasst hatte. Barkley war sofort begeistert. Wie kann es nur ein Buch geben, das niemand geschrieben hat? So etwas gibt es doch nicht. Und noch dazu ein so dickes Buch. Es lag direkt vor ihm auf dem Tisch. Barkley bestellte sich einen Tee und begann dann langsam zu lesen.

Tief in den Wälder von Afrika, unter den Büschen und Farnen des unendlichen Urwaldes haust das Grauen. So steht es geschrieben. Dort lebt Gomlin, der Dämon des Moores. Ein Wesen von unvorstellbarer Gestalt. Wie Moor soll er sein, verändert ständig sein Aussehen, hat mal zwei mal hundert Arme, mit denen er nach Dir fassen kann. So düster soll sein Anblick sein, dass alles verstummt, so dumpf seine Grollen klingen, dass ringsherum alles erzittert. Abends windet er sich leise durch die tiefen Sümpfe und den feuchten Boden des Urwalds auf der Suche nach neuen Opfern. Und wehe dem, den er zwischen seine langen Arme bekommt. Er fasst sein Opfer und zieht es hinein ins Moor. Mensch und Tier gleichermaßen. Dann hält er es fest bis alles in den Sümpfen versinkt – und stirbt.

Und an jedem Morgen, wenn die Sonne über den Mooren aufgeht, saugt Gomlin in seiner Gier unendlich Wasser in sich auf, bis er alles verschlingt. Das geht so jeden Tag, bis alles austrocknet, bis Wald und Wiese verdorren, bis See und Fluss kein Wasser mehr führen. Erst dann, wenn es kein Wasser mehr gibt, dann wandert Gomlin weiter und sucht sich ein neues Gebiet.

Barkley schlürfte am Tee und blätterte beruhigt weiter, denn in England gab es noch so viel Wasser, das Gomlin dort mit Sicherheit nicht leben würde.

Zuletzt soll Gomlin im Norden Afrikas in dem Gebiet gelebt haben, wo sich heute die Wüste Sahara befindet. Einst gab es auch hier große Wälder, doch Gomlin soll alles Wasser und Leben aufgesaugt haben, bis es nichts mehr gab, nur noch die Trockenheit der Wüste. Dann zog er weiter in die Mitte von Afrika. Seither, so steht es geschrieben, vertrocknet auch dort zusehends das Land, die Ernten werden schlecht und die Menschen dursten.

Erst wollte Barkley dem seltsamen Buch keinen Glauben schenken, doch jetzt horchte er plötzlich auf. Hatte er nicht erst in den letzten Tagen darüber gelesen, dass in Afrika den Menschen und Tieren mehr und mehr das Wasser ausgeht, dass die Flüsse austrocknen und neue Wüsten entstehen? (Heute weiß das jedes Kind, dass es in Afrika kaum Wasser gibt und dass die Menschen verdursten müssen) Sollte die Geschichte um den Dämonen des Moores etwa wahr sein?

Barkley blätterte weiter.

Auf den nächsten Seite fanden sich einige Karten, unter anderem eine Karte über die Sümpfe von Somai im Lande des Niger.

„Im Lande des Niger“ ging es ihm durch den Kopf. Barkley stand auf und holte sich einen Weltatlas aus den hohen Regalen der Bücherei. Und tatsächlich. Dort stand es. Auch im Lande des Niger wird das Wasser zusehends weniger und den Menschen geht es immer schlechter. Wohin könnte das Wasser nur verschwinden? Sollte es Gomlin wirklich geben?

Barkley schlug das Buch zu. Und im selben Augenblick beschloss er, sich auf den Weg zu den Sümpfen von Somai im Lande des Niger zu machen.

Man schrieb das Jahr 1773, als man im Hafen von Gravesend nahe Londons beobachten konnte, wie zwei Schiffe beladen wurden. Unzählige Matrosen und Hilfsarbeiter huschten über die Decks und stapelten Kiste auf Kiste, trugen Bretter und Nägel, Werkzeuge und Stoff, Krüge mit Wasser gefüllt, Gemüse und Obst. Sir Barkley hatte an alles gedacht und so stach er noch am selben Abend in See. Auf dem Weg nach Afrika.

Damals kamen die Schiffe nicht so schnell voran wie heute. Man war auf Wind und Wetter angewiesen. Und wenn kein Wind blies, dann musste man Rudern. Es war eine schwere Zeit. Und die Arbeit war hart. Die Matrosen erzählten sich viele Gesichten. Aber am meisten fürchteten die Männer die Sümpfe von Somai. Nicht alle hatten den Mut, um Sir Ronald Barkley auf seinem Weg durch die Sümpfe zu begleiten.

Und während die Männer erzählten saß Barkley auf Deck seines Schiff und las in dem geheimnisvollen Buch.

Vom Delta des Niger, wo die Schiffe stranden sollten, soll es nicht allzu weit sein bis zu den Sümpfen von Somai. Zwei Tagesmärsche flussaufwärts, dann würde der Wald immer dichter werden, bis man sich nur noch alleine durch die Sümpfe kämpfen könnte. Eine Gruppe käme schon nicht mehr durch den Morast.

Da hatte sich Barkley was vorgenommen. Am Ende könnte er also nur noch alleine durch die Sümpfe waten. Einen Moment lang zweifelte Barkley an seinem Mut, doch dann fasste er sich an die Brust. Er werde es schaffen, sagte er sich, er wird nicht aufgeben. Wie würde er denn nach Hause kommen, wenn er einfach aufgeben würde. Die Menschen in London würden ihn ja auslachen. Nein, aufgeben kam für Barkley nicht in Frage. Jetzt konnte er die Aktion nicht mehr abbrechen, denn sein Schiff kämpfte sich nun schon vier Monate durch die raue See von England bis nach Afrika. Vermutlich noch in dieser Woche würden sie die Küste im Delta des Niger erreichen und an Land gehen.

Doch schon am nächsten Morgen meldete der Matrose hoch oben im Mast „Land in Sicht“. Sie hatten Afrika erreicht. Die Taue wurden hinab gelassen und die Anker im Meer versenkt. Mit kleinen Booten ruderte die Crew ans Festland. Die Ladung wurde zurecht geschnürt und die Träger bepackt, dann konnte es losgehen. Zwei Tage und zwei Nächte würden sie jetzt noch gehen müssen, immer flussaufwärts.

Der Weg war weit und der Urwald dicht, die Farne hingen tief. Immer wieder mussten sich die Männer eine Gasse durch das wilde Gesträuch schlagen, ehe sie weiter gehen konnten. Es wurde Abend und es wurde Morgen. Und am zweiten Tag erreichte die Gruppe erschöpft ihr Ziel.

Und während die Männer das Lager aufschlugen und sich ausruhten bereitete Barkley seine Weiterreise durch die Sümpfe vor. Er wusste, das er von nun an auf sich selbst gestellt sein würde. Denn der Weg ist eng und die Männer haben Angst. Er wird wohl alleine gehen.

Etwas mulmig war Barkley dabei schon. Aber was blieb ihm schon übrig, wenn er sich nicht zum Gespött der Leute machen wollte. Am nächsten Morgen machte sich Barkley also auf den Weg. Er wusste, dass er vielleicht nie mehr seine Männer sehen würde. Er wusste, dass er diesen Weg vielleicht nie mehr lebend zurück gehen würde. Doch Barkley kämpfte sich vor, durch den dichten Wald und hohe Farne. Die Afrikasonne schien heiß und brannte ihm ins Gesicht. Immer wieder musste er sich eine Gasse durch das dichte Gestrüpp schlagen. Und immer wieder schlangen sich die langen Äste und Gräser um Barkleys Füße, als wollten sie ihn festhalten und ihm sagen: gehe nicht weiter, gehe zurück. Barkley stolperte mehrmals. Doch unbeirrt ging er weiter. Langsam wurde dämmrig. Der Abend legte sich über die tiefen Wälder und die Sterne begannen zu leuchten. Fahl legte nun auch der Mond seinen Schein auf den sumpfigen Morast im Wald und glänzte in den Tropfen des Abendtau. Dann schoben sich silbrige Wolken vor den Mond und verdunkelten den Wald immer wieder. Ein leichter Wind zog auf. Nicht viel, aber genug um die Bäume rauschen zu lassen. Es war unheimlich. Barkley kämpfte sich weiter voran. Über das Moor wanderten seltsame Klänge, Nebel zogen auf und tanzten wie Geister über den feuchten Waldboden. Mit einmal zogen kleine Lichter über den Morast. Es waren Irrlichter. Barkley hatte davon gehört. In seiner Heimat erzählte man sich, dass dies die Grablichter der Menschen waren, die in den Mooren versunken sind. Es war ein unheimlicher Gedanke. Lief Barkley über ein riesiges Grab. Barkley blieb wie angewurzelt stehen. Der Gedanke an die Verstorbenen wollte ihm nicht mehr aus dem Kopf gehen. Und wie er stumm stand klang das Rauschen des Waldes plötzlich anders. Was ist das? War das noch das Rauschen der Blätter oder waren es vielmehr tausend Stimmen, die zu ihm riefen? Es war zu unheimlich. Ronald Barkley sackte zu Boden und entfachte ein Licht. Wie sollte es jetzt weiter gehen? Mit zittrigen Händen schlug er sein Buch auf und blätterte nach einem Rat.

Dort, wo der Wald zu flüstern beginnt liegen die Gräber der Toten, stand dort. Es sind die Stimmen von Mensch und Tier, die Gomlin schon in seine Arme bekommen hat und in die Sümpfe zog. Es sind die Stimmen von all denen, die bereits im Moor versanken, die Stimmen von denen, die Gomlin schon auf seinem Gewissen hat. Nun biege nach links ab und folge den Krähen.

Barkley blickte auf. Warum soll er den Krähen folgen? Woher wollen die Krähen wissen, wohin er überhaupt gehen wolle. Und was haben die Krähen überhaupt zu bedeuten? Barkley las weiter. Die Krähen, stand dort, sind die Seelen der Verstorbenen, sie fliegen umher und zeigen Dir den Weg. Es waren Menschen, die sich einst auf die Suche nach Gomlin gemacht hatten und verloren. Habe keine Angst vor ihnen, sie stehen auf Deiner Seite, denn die Krähen haben den gleichen Feind: Gomlin.

Es dauerte nicht lange, dann schreckte Barkley auf. Huschte da etwas dunkles durch die finstere Nacht? Wie ein Schatten. Barkley spürte es direkt hinter sich. Langsam drehte er den Kopf, doch dann hörte er erleichtert den Schrei einer Krähe. Da waren sie schon. Barkley dachte an die Worte des Buches: Folge den Krähen, stand dort. Und so machte er sich wieder auf den Weg durch die Dunkelheit der Nacht.

Barkley erwartete Sumpf und Morast. Doch je später die Nacht und je dunkler der Weg wurde, desto steiniger und trockener wurde der Boden. Schon bald begannen die Äste zu dorren und das Laub wurde welk. Die Zweige knarrten und brachen, so trocken wurde das Land. Staub wirbelte auf. Barkley blieb stehen. Wie konnte es sein, dass er Gomlin, den Dämonen der Moore suchte und sein Weg gleichzeitig immer trockener und staubiger wurde? Hatte er sich vielleicht verlaufen? (Kinder eine Idee kommen lassen) Doch halt! Hatte Barkley nicht davon gelesen, dass Gomlin alles Wasser in sich aufsaugte, bis selbst die Flüsse kein Wasser mehr führten. War das Land vielleicht längst verdorrt und Gomlin weiter gezogen in ein neues Gebiet? Kann es also sein, das Barkley den ganzen Weg umsonst auf sich genommen hat und Gomlin längst wo anders lebt?

Eine Krähe flog auf seine Schulter. „Zweifle nicht und habe keine Angst!“ sprach sie. „Ich bin Amorda, auch ich habe einst versucht Gomlin zu bezwingen, aber ich bin gescheitert und in den Sümpfen versunken. Entscheide selbst, fliehe jetzt oder warte. Gomlin kommt bald, doch dann bist Du auf Dich alleine gestellt. Vernichte ihn. Deine Chancen stehen heute gut.“

„Warum stehen meine Chance gut?“ fragte Barkley nach.

Und die Krähe antwortete: „Gomlin ist lange hier in den Sümpfen von Somai gewesen. Er hat jeden Sumpf und jeden Fluß, jedes Gras und jede Blume leer gesaugt. Alles zerfällt bald zu Staub. Denn es gibt kein Wasser mehr. Dann muss Gomlin die Wälder verlassen und sich neues Land suchen. Schaffst Du es, ihm das letzte Wasser entziehen, dann zerfällt er selbst zu Staub und der Wind wird ihn in alle Richtungen zerstreuen. Gelingt es Dir nicht, so wirst Du die Wälder nie mehr verlassen können und wie wir, als Krähen durch die Wälder schweifen. Nun entscheide Dich, fliehe oder warte.“

Die Krähe flog fort.

Barkley lief es eiskalt den Rücken hinunter. Wie sollte es ihm gelingen Gomlin das letzte Wasser zu entziehen? Er hatte keine Idee, nicht die geringste Hoffnung auf einen Sieg. Selbst sein Buch wusste keinen Rat mehr. Es endete genau an dieser Stelle.

Er kauerte sich auf den Boden unter eine verdorrte Wurzel und lauschte. Die Stimmen in den Bäumen wurden leiser und leiser, sie hörten sich immer entfernter an, als wenn sie fliehen täten. Dann verstummten sie. Stille trat ein. Schweigen. Barkley spürte sein Herz pochen. Es raste wie wild. Er lauschte.

In der ferne hörte man ein leises Grollen, wie Trommeln klang es. Es kam näher und näher. Der Klang des Urwaldes. Unheimlich wie sich die Todesstunde näherte. Barkley wusste, dass dies das Ende sein würde, denn er hatte keine Kraft mehr um gegen Gomlin zu kämpfen. Tausende Sachen gingen ihm in seinen letzten Minuten durch den Kopf, auch wie man Gomlin besiegen könnte. Mit Salz nämlich, denn Salz entzieht seiner Umwelt das Wasser. Er schrieb es auf die letzte Seite des Buches. Dann schloss er die Augen und wartete. Das Trommeln wurde lauter und immer lauter, aber Barkley hatte kein Salz.

Einige Jahres später fand man im Staub von Afrika das unbekannte Buch. Und wenn man die letzten Seiten aufschlug konnte man die Geschichte von Barkley nachlesen. Die Schrift war etwas krakelig, wie von einer Krähe geschrieben.

 

Ablauf im Wald:

Wir haben jetzt gehört, dass Gomlin überall dort wo er ist das Land austrocknet und Dürre hinterlässt. Erst war er in der Wüste Sahara, dann in Afrika. Von beiden Ländern wissen wir, dass dort heute große Trockenheit herrscht. In diesem Jahr ist auch bei uns in Deutschland das Wasser sehr knapp. Viele Flüsse führen kaum noch Wasser und die Ernten gehen kaputt. Es gibt Leute, die glauben, dass daran Gomlin Schuld ist. Manche sagen sogar, dass er hier bei uns lebt.

Auftritt der ersten Krähe (Barkley)/tritt noch am Platz der Geschichte auf, bevor die Gruppe los läuft und zwar genau dann, wenn die Kinder am Diskutieren sind, ob sie in den Wald wollen oder nicht (einfach lauschen und guten Moment wählen): „Habt keine Angst, ihr kennt mich bereits aus der Gesichte. Ich bin die Seele von Ronald Barkley. Und wie viele andere lebe auch ich als Krähe weiter. Folgt mir, wir können eure Hilfe gebrauchen. Gomlin ist im Wald, aber er ist schon schwach, denn er hat fast alles Wasser aufgebraucht. Heute könnten wir ihn endgültig besiegen. Wenn ihr Mut habt, dann folgt diesem Weg. Ich warte im Wald auf euch.“

Barkley (zweiter Auftritt): „Es freut mich, dass ihr uns helfen wollt Gomlin zu besiegen. Findet zuerst das Salz im Wald. Geht jetzt hier lang.“

Chor (spricht teilweise synchron, andere durcheinander, die Satzteile können willkürlich wiederholt und getauscht werden):

„Gomlin wandert durch die Sümpfe, bewegt sich auf euch zu, seid vorsichtig, nehmt euch in Acht, ihr müsst mutig sein, folgt den Krähen, (sie) die Krähen zeigen euch den Weg, findet das Salz, ihr müsst Gomlin das Wasser entziehen, wir sind die Stimmen der Toten, Gomlin naht.“

Krähe 2 (der Autor) (Beutel): „Ihr kennt mich schon. Ich habe das geheimnisvolle Buch geschrieben, ehe ich in den Sümpfen von Somai versank. Ich habe gehört, dass ihr uns helfen wollt. Hier habe ich euch alles besorgt, um kleine Beutel zu bauen. Ihr werdet sie gebrauchen können. Baut jetzt die Beutel und sucht dann das Salz. Geht dann hier entlang!“ Deutet auf den Weg und stellt sich an den Weg, wo die Kinder nicht lang laufen sollen, bleibt dabei ganz stumm.

Barkley (Auftritt Salz): „Da seid ihr ja wieder. Ich bin schon mal vorgeflogen. Nehmt euch reichlich Salz mit, es muss auf Gomlin geschüttet werden, denn das Salz saugt das Wasser aus ihm heraus, bis er zerfällt.“

Krähe 2 (der Autor) (Amulette): „Habt ihr das Salz?“ Antwort abwarten. „Gut, dann habt ihr es fast geschafft. Der Weg ist nicht mehr weit. Doch bevor ihr weitergeht möchte ich euch die Amulett der Krähe überreichen. Hängt es euch um, es wird euch vor Gomlin schützen.“ (Warten bis Kinder weg sind, dann folgen)

Chor (spricht teilweise synchron, andere durcheinander, die Satzteile können willkürlich wiederholt und getauscht werden): „Gomlin wandert durch die Sümpfe, bewegt sich auf euch zu, seid vorsichtig, nehmt euch in Acht, ihr müsst mutig sein, folgt den Krähen, (sie) die Krähen zeigen euch den Weg, findet das Salz, ihr müsst Gomlin das Wasser entziehen, wir sind die Stimmen der Toten, Gomlin naht.“

Am Ende (Auftritt Gomlins) stehen die fünf Krähen bereits etwas verteilt auf ihren Plätzen. Sie stehen stumm, teils in der Hocke, teils die Arme angelegt, teils die Arme gestreckt. Krähe 1 (Barkley) übernimmt die Wortführung, er bittet die Gruppe sich hinzusetzen und einfach nur still zu lauschen. Gleichzeitig fordert er die Mutigsten auf, sich mit dem Salz etwas nach vorne zu setzen. Dann stellt auch Barkley sich in die Reihe der anderen Krähen.

Dann warten die Kinder, und lauschen zuerst dem Chor (die Stimmen der Toten), bis sie nach einigen Sekunden verstummen. Es tritt Stille ein. Nach gut 30 Sekunden dürften dann ganz langsam die Trommeln und das Ditscheridu (oder wie auch immer man das schreibt) einsetzen. Nach weiteren 60 Sekunden tritt Gomlin auf und stellt sich, wird riesengroß. Die Krähen packen dann plötzlich das Salz und gehen mit Krähenrufen auf Gomlin zu, bis er niederfällt und flach am Boden liegen bleibt, dann verteilen sich die Krähen, sind kurz sichtbar und verschwinden dann langsam irgendwie weiter hinten oder auch im Nichts. Jetzt muss absolute Stille eintreten. Niemand darf mehr ein Geräusch machen. Wir erklären den Kindern dann, dass wir es geschafft haben und verlassen den Wald. Es darf jetzt nicht mehr gegruselt werden und auch niemand gesehen werden. Die Krähe Martina geht voraus und zeigt uns den weg (stumm!, dass ihre Kinder sie nicht erkennen).